#prayforparis

Im Moment kommt ein komplett freier Abend am Wochenende bei mir eher selten vor. Umso schöner, dass der letzte Freitag da eine Ausnahme bildete. Entspannt auf dem Sofa abhängen, Pizza bestellen und das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Frankreich in Paris anschauen – soweit der Plan. Ab Mitte der ersten Halbzeit wurde aber deutlich, dass der Abend nicht mehr viel mit Entspannung zu tun haben würde. Live die beiden Detonationen während des Spiels zu hören, dann die lange Phase des „Nichtwissens“ und der Ratlosigkeit mitzubekommen, die dann bei den Reportern und natürlich auch bei mir schnell in Bestürzung, Wut und Fassungslosigkeit überging. Das war krass. Es ging mir sehr nah! Und natürlich fragt man sich auch WARUM?!

 

Mir fehlen die Worte. Und vielleicht ist das auch gut so. Viel zu viele posaunten direkt danach ihre Lösungsvorschläge, Schuldzuweisungen und mehr oder weniger clevere Weisheiten hinaus.

 

Interessanterweise bin ich dann am Samstag ganz unverhofft über diese Bibelstelle aus Römer 12 gestolpert:

 

Liebe muss echt sein, ohne Heuchelei! Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest! Seid einander in herzlicher geschwisterlicher Liebe zugetan! Übertrefft euch in gegenseitigem Respekt! Werdet im Fleiß nicht nachlässig, lasst den Geist Gottes in euch brennen und dient so dem Herrn! Freut euch, weil ihr Hoffnung habt, bleibt standhaft in Bedrängnis, seid treu im Gebet! Nehmt Anteil an den Nöten der Gläubigen und helft ihnen! Bemüht euch um Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger, wünscht ihnen Gutes und verflucht sie nicht! Freut euch mit denen, die sich freuen; weint mit denen, die weinen! Seid miteinander auf das gleiche Ziel bedacht! Strebt nicht hoch hinaus, sondern lasst euch auch von geringen Dingen in Anspruch nehmen! Haltet euch nicht selbst für klug! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Bemüht euch um ein vorbildliches Verhalten gegenüber jedermann! Soweit es irgend möglich ist, und soweit es auf euch ankommt, lebt mit allen Menschen in Frieden! Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes! Denn in der Schrift steht: „Es ist meine Sache, das Unrecht zu rächen, sagt der Herr, ich werde Vergeltung üben!“ „Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken! Denn wenn du das tust, wirst du ihn zutiefst beschämen. Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten!“ (Römer 12, 9-21)

 

Ich bin begeistert, wie weise und wie präzise diese Verse genau in unseren Alltag sprechen. So zu leben – das würde wirklich einen Unterscheid machen. So können wir leuchten als Christen, wie es unser Auftrag ist. Mehr denn je müssen wir Hoffnungsträger, Lichtbringer und Friedensstifter sein. Denn unser Herr Jesus ist immerhin der Fürst des Friedens (Jesaja 9,5).

 

Ein paar Punkte aus dem Römerabschnitt:

– Echte Liebe! In Wort und Tat.
– Das Böse hassen und am Guten festhalten.
– Freude, weil wir Hoffnung haben!
– Treue im Gebet
– Gastfreundschaft (und das gilt auch und besonders für Flüchtlinge)
– Selbst die Verfolger segnen!!! (Was für eine enorme Aufgabe – wie oft habe ich das eigentlich schon gemacht?)
– Weinen mit denen, die weinen!
– Sich selbst nicht für klug halten und denken, man hätte die Lösung für alles!
– Nicht Böses mit Bösem vergelten! Keine Rache!
– Selbst Feinden Essen und Trinken geben!

 

Gottes Liebe ist stärker als Hass. Darum ist dieser Vers am Ende auch nochmal so ein schöner Trost: Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten. Wie das Gute z.B. aussehen kann, ist ja quasi aufgelistet in diesem Kapitel.

 
Wir haben alle #prayforparis gepostet. Und das ist schön. Lasst uns beten für Paris, für Beirut, für Syrien, für die Welt, für Frieden und für die Politiker, die jetzt Entscheidungen treffen müssen. Und ein Künstler, den ich sehr schätze hat es dann nochmal schön auf den Punkt gebracht:

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 (deutsch: Mögen unsere Hastags tatsächlich zu Gebeten werden und mögen unsere betende Hände verwandelt werden in helfende Hände und mögen unsere helfenden Hände echte Evangeliums gemäße Liebe bringen.)

 

Marco Michalzik

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Ein Kommentar

  • Henry 13. Dezember 2015   Antworten →

    Gut geschrieben, sollten alle mal zu lesen bekommen.

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